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Noch immer sieht man der früheren maurischen Königsresidenz ihre glorreiche Vergangenheit an den unzähligen arabischen Bauten an. Die bekannte Alhambra gilt dabei als eines der eindrucksvollen Relikte der maurischen Zeit. Der erhabene Königspalast, der über der Stadt auf einem Felsen thront, wirkt aufgrund seiner Größe beinahe wie eine kleine Stadt.

Turbulente Vergangenheit von Granada

Die traumhafte Lage Granadas am Fuße der Sierra Nevada wussten schon die Iberer für sich zu nutzen, die die Stadt gründeten, bevor „Gharnátha“ 711 an die Mauren fiel, die auf dem Felsvorsprung der Alhambra begannen ihre Festung zu errichten. Nachdem das Kalifat von Córdoba untergegangen war, deklarierte der Statthalter Granada und seine Umgebung im Jahre 1031 für unabhängig und die Stadt wurde von den Almoraviden regiert, bis 1241 Ibnal-Ahmed als Mohammed I. die Dynastie der Nasriden gründete, nachdem er vom Stamme der Beni Nasr war. Unter dieser Dynastie avancierte Granada zur reichsten Stadt der iberischen Halbinsel und erlebte eine fast 250 Jahre anhaltende Blütezeit. Bis Granada 1491 durch den Friedensvertrag von Santa Fé an die Katholischen Könige abgetreten werden musste.

Renaissance Höhepunkt für Granada

In der Renaissance erlebte die einst reiche Stadt zwar einen erneuten Höhepunkt in ihrer Bedeutung, doch folgte nach der Niederschlagung des Maurenaufstands 1569 ein erneuter Niedergang. Erst im 20. Jahrhundert konnte mit der Erneuerung der Bewässerungsanlagen in der Vega und der Einführung neuer Kulturpflanzen ein wirtschaftlicher Aufschwung verzeichnet, der heute vor allem durch den Tourismus anhält.

Weil sich der Touristenstrom heutzutage sehr auf die Alhambra konzentriert, wurden die täglichen Besucherzahlen für stark frequentierte Teile, wie der wunderschöne Nasridenpalast, limitiert. Für eine Besichtigung müssen Tickets erworben werden. Teilweise reihen sich die interessierten Besucher in lange Schlangen vor den Tageskassen ein, um eines der beliebten Tickets zu erwerben. Wer früh aufsteht, hat in jedem Fall gute Chancen auf einen Besuch der Alhambra. Es ist jedoch auch möglich, die Tickets vorzubestellen oder sie schon einen Tag zuvor in Granada an der Plaza Isabel la Católica in der BBV Filiale oder in der Caja General de Ahorros zu kaufen.

Granada ist mehr als „Alhambra“

Zurück von einem Ausflug auf die Alhambra, gelangt man über den von dort herabführenden Paseo Central ganz in die Nähe der Catedral Santa María de la Encarnación, das Herz des Stadtzentrums. Die schönste Renaissancekirche Spaniens wurde als eine Art Siegesdenkmal der Christen, die Spanien nun endgültig zurückerobert hatten, 1525 zu bauen begonnen. Bereits 1561 wurde sie geweiht, obwohl der Bau noch lange nicht fertig gestellt war, denn erst 1759 wurde endgültig der Innenraum vollendet.

Sowohl die Fassade als auch das Innere der Kirche sind reich verziert und mit unzähligen Figuren, Reliefs und Fresken, so dass das gesamte Bauwerk eine einzige Augenweide ist. Doch besondere Aufmerksamkeit sollte man der Capilla Real widmen, in der die Katholischen Könige ihre Grablege fanden. Ihre Gräber, aber auch die Räume, wurden sehr aufwendig mit kostbarsten Materialien wie Marmor und Gold gestaltet. In dieser Grabkapelle ist zudem ein Museum untergebracht, das nicht nur Kunstschätze, sondern auch persönliche Gegenstände der beiden Katholischen Könige Ferdinand und Isabella ausstellt, wie das Schwert Ferdinands, die Krone und das Zepter Isabellas oder beider Messbuch.

Sehenswürdigkeiten in Granada

Östlich der Kathedrale sollten Sie der Corral del Carbón kurz Aufmerksamkeit schenken, wo die heutige Touristeninformation untergebracht ist, denn es ist die einzige erhaltene Karawanserei Spaniens, also eine ehemalige Unterkunft für durchziehende Karawanen. Etwas weiter gen Nordosten gelangen Sie zur Plaza Nueva, mit dem Gerichtshof von 1587 und der Renaissancekirche Santa Ana, wo der Río Darro in den Untergrund fließt und man sich abends in den Bars zum Plausch mit anderen trifft. Hier beginnt auch die Carrera del Darro, eine der ältesten Straßen der Stadt. In ihrem Verlauf wechseln sich ebenfalls zahlreiche Restaurants und Bars ab, in denen Sie herrliche andalusische Abende verleben können. Dabei kommen Sie man zudem am Bañuelo, einem maurischen Bad aus dem 11. Jahrhundert vorbei, von dem immerhin noch 3 Baderäume sowie der Umkleideraum erhalten sind.

Von der Carrera del Darro zweigt schließlich die Cuesta del Chapiz ab, die hinauf in die kleinen Straßen des arabischen Viertels Albaicín führt, in dem Sie die maurische Vergangenheit in den malerischen Gassen noch nachvollziehen können. Vom Platz vor der Kirche San Nicolás, haben Sie die wohl beste Aussicht auf die Alhambra, mit der Sierra Nevada im Hintergrund. Ein Ausblick, den Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten, vor allem da das Schlendern durch das arabische Viertel wirklich ein einmaliges Erlebnis bietet, das Sie so in Spanien und Europa kein zweites Mal genießen können.